Blutspenden mit dem Hund

Eine Erfahrungsgeschichte von Jane Englmeier


Der Grundgedanke
Den ersten Kontakt hatten wir mit einer Bluttransfusion bei einem schwer erkrankten Hund, dessen Überleben auch mit dieser Transfusion zusammenhing. Erst nach diesem Erlebnis fragte ich mich, wer wohl der Spender gewesen war - und wie er dazu gekommen ist. Man macht sich so viele Gedanken um seinen Hund - das richtige Zeckenmittel, die Futterfrage, kleinere oder grössere Blessuren - der tägliche Kleinkram, der so manchen zum Wahnsinn bringt, wenn der Hund eigentlich gesund ist und man sich nicht wirklich sorgen muss. Aber wenn der wirkliche Notfall da ist, kann einem echt die Luft wegbleiben. Nach meiner jetzigen Erfahrung weiss ich, dass es unglaublich schnell ernst werden kann, und dann bleibt vielleicht nicht mehr viel Zeit. Unfälle, Vergiftungen, Allergien, Autoimmunerkrankungen und vieles andere mehr, von denen man noch nicht einmal gewusst hat, dass es existiert, bedrohen von jetzt auf gleich das Leben des Hundes. In so einem Fall kann eine Bluttransfusion das Leben retten.

Aha ?!
Sie könnten sich jetzt sagen, die hat ´n Rad ab (würd mich auch nicht wundern). Oder Sie finden das Ganze nicht ganz so uninteressant. Im letzteren Fall können Sie es nun wie ich machen und als erstes die Leute nerven, von denen Sie annehmen, sie wüssten was. Und nach geraumer Zeit kommen Sie dann an die gewünschten Stellen, die sich dann auch noch richtig freuen, dass Sie sich und Ihren Hund zur Verfügung stellen möchten. Falls Sie sich einfach noch nicht sicher genug sind, können Sie sich ja den Rest dieser Seite auch noch durchlesen - vielleicht hilft Ihnen das bei der Entscheidungsfindung. Wenn Ihnen das zu lang dauert, können Sie auch mich fragen :)

Und was muss ich jetzt tun?
Aaaalso - falls jetzt prinzipiell Interesse besteht, Ihr Hund gesund und älter als 2 Jahre ist, mehr als 20 kg wiegt und nicht mit einem Bulldozer in eine tierärztliche Praxis gebracht werden muss, können Sie sich bei Ihrem Tierarzt oder einer grösseren Klinik in Ihrer Umgebung melden. Dort werden Sie sicherlich die nötigen Informationen bekommen oder - falls Sie es ernst meinen und sich sicher sind, dass Sie nicht beim ersten Blutstropfen ohnmächtig werden - gleich einen Termin für die Erstuntersuchung ausmachen. Wenn Sie in meiner näheren Umgebung wohnen, das heisst in München oder drumherum, wäre dies ein nützlicher Link für Sie: http://www.medizinische-kleintierklinik.de


Es geht los ...
Bei der "Eignungsuntersuchung" wird Ihr Hund auf Herz und Nieren geprüft. Erst wird gewogen, dann wird Blut genommen, das dann klinisch-chemisch sowie auf Blutparasiten untersucht wird. Dann wird noch getastet und erfühlt, Fieber gemessen und überall reingeschaut. Falls alle Ergebnisse negativ sind - freuen Sie sich - Ihr Hund ist gesund und darf sich jetzt Blutspender nennen. Haben Sie sich dazu entschieden, dabei zu bleiben, wird diese Untersuchung jährlich wiederholt. Übrigens sind diese Untersuchungen für Sie kostenlos - im Normalfall kosten die einen Haufen Geld :)

Und dann?
Vermutlich wollte der diensthabende TA nicht nur den Namen von Ihrem Hund wissen, sondern auch den Ihrigen. Da in den heutigen Zeiten ein Handy ja schon usus ist, werden Sie ihm diese Nummer auch angegeben haben. Bei einem eintretenden Notfall werden Sie dann umgehenst angerufen. Bitte beachten Sie - nicht jede Klinik hat eine Blutbank, d. h. in den meisten Fällen wird Blut gespendet, wenn es benötigt wird - und Notfälle halten sich an keine Uhrzeiten. Also wenn SIE einen Schlaf haben, der komaähnlich ist oder Ihr Chef ohne Sie in 1-2 Stunden den Kopierer crashed und Sie das dann ausbaden müssen, sollten Sie sich das nochmals überlegen.

Der Anruf!
Wenn dann der Anruf kommt - werfen Sie sich Ihr Cape um, satteln die Pferde und machen Sie sich mit Ihrem Hund auf den Weg in die entsprechende Klinik oder Praxis. Sie werden sowieso schon erwartet und dann gehts auch schon los. Zunächst wird Ihr Hund geschoren, also wird er für evtl. Ausstellungen für einige Zeit nicht mehr zu gebrauchen sein. Bei der Blutentnahme kann dann Ihr Hund wahlweise in Seiten- oder Sternallage liegen oder sitzen. Die Blutentnahme erfolgt beim Hund bevorzugt aus der Vena jugularis (die dicke Vene am Hals) unter Ausnutzung der Schwerkraft. Dabei werden ca. 10 ml Blut pro kg Hund abgenommen, u. U. auch mehr. Machen Sie sich keine Sorgen, das sieht nach richtig viel Blut aus - aber er wird danach mit einem Satz vom Tisch springen und sofort wieder Futter jeder Art aufnehmen können. Nach ca. 30 Minuten ist alles vorbei, als Belohnung gibt es einen Sack Futter für Ihren Hund - und Sie können wieder schlafen gehen :)

 

 Hier die ganze Geschichte mit Fotos und weiteren Details 



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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von - © Jane Englmeier

Quelle:  http://www.scox.de/diesdas/spende.html

1 Aufgrund des Kleinunternehmerstatus gem. § 19 UStG erheben wir keine Umsatzsteuer und weisen diese daher auch nicht aus.